Schweizer Migrationspolitik: Auslagerung der Verantwortung über die Landesgrenzen hinaus
Zum zweiten Mal in Folge arbeitet die SMRI mit dem Film Festival Diritti Umani Lugano (FFDUL) zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit findet eine öffentliche Veranstaltung zur Schweizer Migrationspolitik statt. Im Mittelpunkt steht die Auslagerung von Verantwortung und deren Folgen für den Schutz der Menschenrechte.
Geltung der Menschenrechte über die Landesgrenzen hinaus: Verlagerung der Verantwortung der Schweiz
Migration ist ein grenzüberschreitendes Phänomen, das von zahlreichen Staaten mitgeprägt wird. Die Migrationspolitik wird zwar hauptsächlich auf nationaler Ebene festgelegt. Ihre Umsetzung erstreckt sich jedoch zunehmend auf die Migrationsrouten sowie auf Herkunfts- und Transitstaaten.
Auch die Schweiz setzt Instrumente ein, mit denen sie Migrationsbewegungen ausserhalb ihres Staatsgebietes beeinflussen kann. Dazu gehören Kooperationsabkommen, Finanzierungen oder die Übertragung bestimmter Aufgaben an andere Staaten oder Dritte.
Diese Entwicklung begünstigt die Auslagerung der Migrationskontrolle. Dadurch wird es schwieriger, die Einhaltung der Menschenrechte zu gewährleisten und die Verantwortung bei Menschenrechtsverletzungen klar zuzuordnen.
Diskutieren Sie mit der SMRI beim FFDUL über Migrationspolitik
Die Vorführung von «Mums eröffnet den Abend am FFDUL und gibt den Erzählungen der Mütter, die zu Hause zurückbleiben, eine Stimme und rückt ihre Sicht auf die Schwierigkeiten und Gefahren der Reise in den Mittelpunkt.
In der anschliessenden Diskussion mit dem Titel «Schweizer Migrationspolitik: Auslagerung der Verantwortung über die Landesgrenzen hinaus», ist Lucia Della Torre, juristische Mitarbeiterin des SMRI, im Gespräch mit:
Arianna Ortelli, Juristin mit Spezialisierung auf internationales Menschenrecht, die bei AsyLex das Team für internationale Rechtsverfahren koordiniert. AsyLex ist eine NGO, die Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung und -vertretung anbietet.
Luca Attanasio, Produzent von «Mums», Journalist und Schriftsteller, der für verschiedene italienische Medien tätig ist und sich auf Migrationsphänomene, Geopolitik, die Länder der MENA-Region und Subsahara-Afrikas sowie Menschenrechte spezialisiert hat.
Die Veranstaltung beleuchtet die Auslagerung von Verantwortung und deren Auswirkungen auf den Schutz der Menschenrechte und stellt dabei drei Perspektiven im Bereich der Migrationspolitik gegenüber. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Instrumente und Mechanismen, mit denen die Verantwortung wieder den Staaten zugewiesen und ihre tatsächliche Übernahme gewährleistet werden kann.
Praktische Informationen
Datum: Donnerstag, 15. Oktober 2026
Zeit: 17:30–19 Uhr
Ort: Cinema Corso, Lugano. Der Saal ist vollständig barrierefrei zugänglich. Barrierefreie Toiletten befinden sich 20 Meter vom Kino entfernt im Hotel Pestalozzi.
Die Veranstaltung findet auf Italienisch statt. Fragen können auch auf Deutsch oder Französisch gestellt werden.
Auslagerung der Verantwortung für Menschenrechte: ein Themenschwerpunkt
Eine Auslagerung der Verantwortung für Menschenrechte liegt insbesondere dann vor, wenn ein Akteur seine Verantwortung für grenzüberschreitende oder generationenübergreifende Folgen nicht oder nicht vollständig anerkennt oder wahrnimmt.
Umgekehrt soll Verantwortung übernommen und der Schutz der Menschenrechte verbessert werden. Dazu werden die Folgen von Entscheidungen oder politischen Massnahmen wieder den Stellen zugeordnet, die diese verursacht oder unterstützt haben.
Weitere Informationen zur Themenschwerpunkt «Auslagerung der Verantwortung für Menschenrechte»